Der Christopher Street Day ist der Tag im Gedanken an den ersten bekanntgewordenen Aufstand von Homosexuellen und anderen sexuellen Minderheiten gegen die Polizeiwillkür in der New Yorker Christopher Street im Stadtviertel Greenwich Village.
Der 28. Juni 1969
An diesem Tag begann in der Bar „Stonewall Inn“ der Stonewall-Aufstand. Aufgrund Willkür und Misshandlungen, hauptsächlich gegen trans- und homosexuelle Menschen. Besonders betroffend waren afro- und lateinamerikanische US-Bürger. An diesem Abend wehrten sich Dragqueens und Transsexuelle Latinas und Afroamerikaner gegen die Polizeiwillkür. Das war der Auftakt zu tagelangen Strassenschlachten mit der New Yorker Polizei.
Bemerkung zu Aktualität 2020: BLM – die Abkürzung für Black Lives Matter. Heute ist sie in aller Munde. Aber dieses Problem existiert schon so lange – die Hoffnung, dass die Menschen mal beginnen, auch Minderheiten und Andersdenkende, Andersfarbige, Andersgläubige, Andersfühlende, Anderssprechende, Andersliebende, einfach alle Menschen zu akzeptieren, diese Hoffnung soll (und wird) nie sterben.
CSD in der Schweiz
Gemäss Wikipedia fand in der Schweiz am 24. Juni 1978 in Zürich der erste Christopher Street Day statt. Die Demonstranten forderten „die Angleichung des Schutzalters für Mädchen und Burschen“ und die „Abschaffung der Homoregister“. Gleichzeitig wurde diese Kundgebung mit einer Unterschriftensammlung für die Abschaffung der „Rosa Liste“ begleitet. Auch in Bern gab es Demonstrationen gegen „Schnüffelei und Demokratieabbau“.
CSD in Europa
Fast in ganz Europa gehen heute die Leute der LSBTIQ-Bewegung (Lesbisch Schwul Bi Trans* Inter* Queer) auf die Strasse, um sich zu zeigen und für ihre Rechte einzustehen. Einer der grössten Kundgebungen ist in Köln (Cologne Pride). Die Paraden sind häufig sehr farbenfroh und fröhlich. Die meisten Umzüge finden zwischen Juni – August jeweils an verschiedenen Wochenenden statt, meist ehrenamtlich oder von Vereinen organisiert.
Der CSD in Zürich
Der Umzug in Zürich ist eigentlich auch der Abschluss von vielen verschiedenen begleitenden Anlässen und Vorlesungen. Besonders der „Warme Mai“ ist ein etabliertes Ereignis. Im Mai finden jeweils Filme und Theater-Vorstellungen speziell mit dem translesbischwulqueren Thema statt.
Ich mag mich an unzählige Veranstaltungen erinnern. Umzüge welche in einer sehr friedlichen und entspannten Atmosphäre durch die Stadt Zürich zogen. Gesäumt von Passanten, Eltern, Freunde und auch den einen oder anderen Prediger, welcher gegen Sodom und Gomorrha wetterte. Meist war dieser ziemlich alleine und wurde allgemein belächelt. Auch die Menschen sollen leben und ihre eigene Meinung kundtun dürfen.
Das Abschlussfest
Am Abend fand dann immer ein Abschlussfest statt. Auf der Kasernenwiese, auf dem Turbinenplatz und dann wieder bei der Kaserne. Es tut gut, sich einfach unter gleichgesinnten bewegen zu können und dürfen. Und wenn dann alle Schwestern zum Lied „Touch me, i wanna feel your body“ vom ehemaligen Busenwunder Samantha Fax rumhüpfen, dann weiss man definitiv, dass man am richtigen Ort angekommen ist!