Gestern habe ich über unsere Ferien in der Normandie geschrieben. Wie wir diese Auszeit genossen haben und wie schön es war. Auch, dass wir uns ein wenig wie im Asterix und Obelix-Land gefühlt haben. Schaut man aber das Cover von Goscinny/Uderzo an, mit der Landkarte, dann sieht man, dass das unbeugsame gallische Dorf nicht in der Normandie, sondern in der Bretagne „beheimatet“ ist.
Die Bretagne, resp. das Departement Loire-Atlantique
Alle Leute, die in der Bretagne waren, sind begeistert zurückgekommen. Viele davon gehen jedes Jahr wieder zurück. Das war ein Grund, weshalb wir es auch mal wissen wollten. Also haben wir in der Gegend ein Haus gesucht – und ein wunderbares Kleinod gefunden. Das Haus steht in der historischen Bretagne, allerdings wurde im 1941 dieser Teil, das Departement Loire-Atlantique von der Bretagne abgespalten. Inklusive der ursprünglich bretonischen Hauptstadt Nantes!
Das Essen.
Wenn die Normannen schon gastfreundlich waren, die Bretonen sind es ebenso. Ein wenig distanzierter aber genau so herzlich. Wir hatten viele nette Begegnungen mit Einwohnern. Doch im Gegensatz zu der Normandie war das Essen einiges besser. Wir haben es genossen, Fisch zu essen. Fische die teilweise am Nachmittag noch geschwommen sind, so frisch, wie man sie selten erhält. Genau so sollte man Fisch essen. Am Meer, mit einer frischen Brise um die Ohren, die Sonne im Nacken und der Salzgeschmack in der Luft.
La Brière
Unser Tiny-Haus (es war sehr sehr schnuckelig) steht in Bréca, das ist ein Ausgangspunkt für Reittouren und Kutschen-Fahrten oder geführte Bootstouren in der Brière, einem Nationalpark der vor allem aus Sümpfen und Tümpeln besteht. Er ist riesig (49’000 Hektar) und hat ein Einzugsgebiet von 18 Gemeinden mit 75’000 Bewohnern. Alle sind rund um die Sumpflandschaft domiziliert. Es ist sehr eindrucksvoll, wie gross dieser Park ist. Im Park sind einzelne Wasserbecken mit Kanälen miteinander verbunden, welche mit den Touristenbooten befahren werden. Natürlich gibt es auch Bauern, welche diese riesige Landschaft bewirtschaften, dies jedoch nur sehr zurückhaltend, um die Flora und Fauna zu bewahren.
La Guérande
Am Rand des Nationalparks, zwischen Ende Sumpf und dem Meer sind die sehr bekannten Salzgärten von Guérande. Seit mehr als 1’000 Jahren haben etliche Generationen von Paludiers (Salzarbeiter) in diesen Gärten Salzbecken eingerichtet. Ein riesiges Gebiet ist von diesen Becken geprägt. Diese erscheinen in allen möglichen Farben. Sehr faszinierend. Als ich mit dem Velo durch diese Felder-Landschaft gefahren bin, war ich sehr beeindruckt. Manchmal hat man das Gefühl, das es ein wenig stinkt (Brackwasser), dann wieder, dass es sehr stark nach Salz riecht.
Natürlich haben wir auch Sel de Guérande gekauft, kiloweise. Wir werden nicht so schnell wieder Salz kaufen müssen! Auch Fleur de Sel, das edelste der Meersalze, welches ähnlich wie Rahm bei der Milch nur ganz zart von der obersten Schicht abgeschöpft wird. Ein saftiges Côte de Boeuf mit ein wenig Fleur de Sel ist beispielsweise ein Gedicht! Oder Caramel mit Fleur de Sel, lecker!
Wir werden dieser Gegend wieder einmal einen Besuch abstatten, auch wenn es mit 1’100 km sehr weit weg ist, es lohnt sich!
…ich würde am liebsten gleich packen und abfahren :o)